Boeing 737-800 Druckkabinenstörung durch Defekt des Outflow-Valve-Antriebs
Bei einem Boeing 737-800 trat während des Reiseflugs eine instabile Kabinendruckregelung auf. Die technische Untersuchung identifizierte einen fortschreitenden Defekt des Outflow-Valve-Antriebs mit unzuverlässiger Ventilpositionierung.
Ereignisübersicht
Während des Reiseflugs auf FL340 bemerkte die Besatzung ansteigende Cabin-Altitude-Werte sowie Instabilitäten im automatischen Pressurization-System. Nach Überschreiten der Grenzwerte wurde die Cabin-Altitude-Warnung aktiviert.
Systembeschreibung
Die Boeing 737NG verwendet elektrisch gesteuerte Outflow Valves zur Regelung des Kabinendrucks. Das Cabin Pressure Control System steuert die Ventilstellung automatisch zur Aufrechterhaltung des vorgesehenen Differenzdrucks.
Technische Symptome
Während der Wartungsprüfung zeigte der Ventilantrieb verzögerte und instabile Reaktionen auf automatische Steuerbefehle. Auch im Manual Mode blieb die Stellbewegung teilweise unzuverlässig.
Wartungsbefunde
Die Zerlegung des Aktuators zeigte fortgeschrittenen Verschleiß der Kohlebürsten des Gleichstrommotors sowie instabile elektrische Kontaktverhältnisse unter Lastbedingungen. Prüfstandtests bestätigten unregelmäßige Stellbewegungen des Ventils.
Ursachenanalyse
Als Hauptursache wurde fortschreitender Verschleiß der Bürstenbaugruppe identifiziert. Die daraus resultierende instabile elektrische Kontaktierung führte zu fehlerhafter Ventilmodulation und beeinträchtigte die automatische Druckregelung der Kabine.
Korrekturmaßnahmen
Der Outflow-Valve-Antrieb wurde ersetzt, elektrische Steckverbindungen überprüft und ein vollständiger Funktionstest des Pressurization-Systems durchgeführt. Nach Abschluss der Arbeiten arbeitete das System wieder innerhalb der vorgesehenen Betriebsparameter.