Hydraulikleck im Fahrwerkssystem eines Airbus A330 während der Fahrwerkseinfahrt

Kurz nach dem Start trat bei einem Airbus A330-300 während der Fahrwerkseinfahrt ein Hydraulikleck auf. Die Flugbesatzung erhielt ECAM-Hinweise auf Druckschwankungen im Green Hydraulic System. Die anschließende Wartungsinspektion identifizierte austretende Hydraulikflüssigkeit am Aktuator der Bugfahrwerksklappen infolge fortschreitender Dichtungsalterung.

Ereignisübersicht

Kurz nach dem Abheben erhielt die Besatzung ECAM-Meldungen über Druckschwankungen im Green Hydraulic System während der Fahrwerkseinfahrt. Es wurden keine abnormalen Flugeigenschaften festgestellt, jedoch zeigte die Hydraulikmengenanzeige einen allmählichen Flüssigkeitsverlust während des Steigfluges.

Betriebliche Symptome

Während des Fluges wurden folgende Auffälligkeiten dokumentiert: • Abnahme der Hydraulikflüssigkeitsmenge im Green System • Druckschwankungen während des Fahrwerkszyklus • ECAM-Hinweise im Zusammenhang mit der Hydraulikanlage • Hydraulikspuren im Bereich des Bugfahrwerksschachtes nach der Landung • Normale Fahrwerksausfahrfunktion blieb erhalten Der Flug wurde unter operativer Überwachung sicher fortgesetzt.

Systembeschreibung

Das Fahrwerkssystem des Airbus A330 verwendet hydraulisch betätigte Mechanismen für Einfahren, Ausfahren und Klappensteuerung. Die Versorgung erfolgt hauptsächlich über das Green Hydraulic System. Der Aktuator der Bugfahrwerksklappen steuert die Öffnungs- und Schließbewegung der Fahrwerksklappen während der Fahrwerksbetätigung. Die Dichtungsintegrität innerhalb des Aktuators ist entscheidend zur Aufrechterhaltung stabiler Systemdrücke und zur Vermeidung von Hydraulikverlusten.

Wartungsinspektion

Nach der Landung konzentrierte sich die Fehlersuche auf den Fahrwerkshydraulikkreis und die Aktuatoren im Bereich des Bugfahrwerksschachtes. Dabei wurden festgestellt: • Ansammlung von Hydraulikflüssigkeit im Bereich der Aktuatorstange • Externe Leckspuren am Aktuatorgehäuse • Geringfügige Verschmutzung im umliegenden Schachtbereich • Hydraulikfüllstand unterhalb des Wartungslimits • Keine strukturellen Schäden oder Leitungsbrüche Ein Drucktest bestätigte eine fortschreitende Leckage über die internen Dichtungen.

Ursachenanalyse

Die technische Untersuchung ergab, dass das Leck durch fortschreitende Alterung der internen Aktuatordichtungen verursacht wurde. Wiederholte Druckzyklen und thermische Alterung reduzierten die Elastizität der Dichtungselemente, wodurch während der Fahrwerksbetätigung Hydraulikflüssigkeit austrat. Die Leckrate erhöhte sich insbesondere während der Fahrwerkseinfahrt bei maximaler Aktuatorbelastung.

Korrekturmaßnahmen

Vor der Wiederfreigabe des Flugzeugs wurden folgende Arbeiten durchgeführt: • Austausch des Bugfahrwerksklappen-Aktuators • Prüfung angrenzender Hydraulikleitungen und Anschlüsse • Nachfüllen und Kontrolle der Hydraulikflüssigkeit • Funktionstest des Fahrwerkssystems • Dichtigkeitsprüfung des Green Hydraulic Systems • Kontrollierter Fahrwerkszyklus nach Wartung Nach Abschluss der Arbeiten lagen alle Systemparameter wieder innerhalb der zulässigen Betriebsgrenzen.

Technische Erkenntnisse

Der Vorfall zeigte, dass selbst geringfügiger Dichtungsverschleiß an Aktuatoren schrittweise zu betrieblichen Hydrauliklecks im Fahrwerkssystem führen kann. Die Überwachung von Hydraulikmengenänderungen sowie Sichtkontrollen in Fahrwerksschächten liefern wichtige Frühindikatoren für beginnenden Dichtungsverschleiß. Außerdem verdeutlichte der Fall die Bedeutung gründlicher Inspektionen in schwer zugänglichen Bereichen, in denen kleine Leckagen zunächst unbemerkt bleiben können.

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