Überhitzung und Ausfall eines Förderband-Antriebstrommellagers unter hoher Materialbelastung

Technische Analyse eines thermisch bedingten Ausfalls eines Förderband-Antriebstrommellagers infolge Schmierungsproblemen und Überlastung.

Betriebssymptome und Fehlererkennung

Während kontinuierlicher Erzförderung meldeten Bediener ungewöhnliche Vibrationen sowie erhöhte Temperaturen am Lagergehäuse der Antriebstrommel. Thermografische Messungen zeigten lokale Temperaturen von über 118°C. Zusätzlich wurden Bandfehlstellungen und metallische Geräusche kurz vor dem Anlagenstillstand festgestellt.

Funktion der Antriebstrommel und Lagerbelastung

Die Antriebstrommel überträgt das Drehmoment des Elektromotors auf das Förderband. Das Pendelrollenlager trägt kombinierte radiale und axiale Belastungen infolge Bandspannung, Materialstößen und geringfügiger Fehlausrichtung im Dauerbetrieb.

Schadensmechanismus und Befunde

Die Demontage zeigte starke Schmierstoffverkokung, Oberflächenabplatzungen der Wälzkörper sowie einen kollabierten Lagerkäfig. Im Schmierstoff wurden metallische Abriebpartikel und abrasive Verunreinigungen festgestellt. Laufbahnen zeigten thermische Verfärbungen und Mikropitting infolge Schmierfilmversagens.

Analyse der Schadensursache

Die Hauptursache war ein unzureichendes Nachschmierintervall in Kombination mit dauerhaftem Betrieb oberhalb der vorgesehenen Förderkapazität. Die erhöhte thermische Belastung reduzierte die Schmierstoffviskosität, während beschädigte Dichtungen das Eindringen abrasiver Partikel ermöglichten.

Korrekturmaßnahmen und Zuverlässigkeitsverbesserung

Das beschädigte Lager wurde durch ein neues SKF-Pendelrollenlager ersetzt. Zusätzlich erfolgten Kontrolle der Wellenzapfen, Austausch der Labyrinthdichtungen, Neuausrichtung der Förderbandtrommel sowie Installation einer automatischen Zentralschmierung mit Temperaturüberwachung.

Prävention

Einführung automatischer Zentralschmierung, kontinuierlicher Temperatur- und Vibrationsüberwachung sowie regelmäßiger Kontrolle der Trommelausrichtung gemäß OEM-Wartungsvorgaben.

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